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Geld & Alltag

Gut verdient. Wo geblieben?

Manchmal schaue ich auf die Kreditkartenabrechnung und denke: Wer hat denn das alles gekauft? Die Antwort ist unangenehm oft: ich.

Grit Lezovic ·

Paar in bunten Jacken steht Arm in Arm und blickt in ein weites Bergtal
Zu zweit in den Bergen.

Überlebenstipps für Gutverdiener – Teil 2

Manchmal schaue ich auf die Kreditkartenabrechnung und denke: Wer hat denn das alles gekauft?

Die Antwort ist unangenehm oft: ich.

Das Merkwürdige daran: Beim Kaufen erschien mir vieles ausgesprochen vernünftig. Ich stand schließlich nicht im Laden und dachte: Heute gebe ich mal sinnlos Geld aus. Ich hatte Gründe. Gute sogar.

Es gab für alles einen guten Grund

In diesem Jahr haben wir einiges angeschafft. Möbel für mein Büro zum Beispiel. Wenn man dort viel Zeit verbringt, soll es ordentlich und gemütlich sein.

Dann die Klimaanlage. Nach einem heißen Sommer erscheint die Vorbereitung auf den nächsten heißen Sommer ausgesprochen vorausschauend.

Eine Powerstation kam ebenfalls dazu. Vorsorge kann ja wohl kaum verkehrt sein.

Jede Anschaffung für sich konnte ich wunderbar erklären. Erst auf der Abrechnung lernten sich diese Entscheidungen kennen. Dort standen sie plötzlich alle zusammen und waren in der Summe deutlich beeindruckender als in meiner Erinnerung.

Leider ist nicht alles eine einmalige Anschaffung

Ich würde jetzt gerne behaupten, damit wäre es erklärt.

Nächstes Jahr ist das Büro eingerichtet. Die Klimaanlage steht bereit. Die Powerstation auch. Problem erkannt, Problem erledigt.

Nur gibt es da noch Bekleidung. Und Kosmetik.

Ich mag schöne Dinge. Ich freue mich über ein Kleidungsstück, das gut sitzt, und probiere gerne Pflegeprodukte aus. Daran möchte ich mir auch nicht grundsätzlich die Freude verderben.

Aber nicht jeder Einkauf schließt eine Versorgungslücke.

Manchmal habe ich einfach Lust darauf. Manchmal war der Tag anstrengend. Manchmal sieht etwas online so aus, als würde es mein Leben ein kleines bisschen schöner machen. Gelegentlich überzeugt mich schon ein Rabatt davon, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist.

Mein Kleiderschrank hat zu diesen Überlegungen bislang geschwiegen. Voll ist er trotzdem.

Das hohe Einkommen hat die Frage vertagt

Wenn genug Geld hereinkommt, geht vieles einfach. Ich muss nicht vor jedem Kauf überlegen, welche andere Ausgabe dafür ausfallen muss.

Das ist ein großes Privileg. Es macht es allerdings auch leicht, die Summe der eigenen Wünsche erst spät zu bemerken.

Ich möchte heute gut leben und gleichzeitig Rücklagen aufbauen, um später mehr Freiheit zu haben. Auf dem Papier verträgt sich das prima. Im Alltag konkurriert die spätere Freiheit gelegentlich mit einer tollen Jacke.

Und die Jacke ist gerade verfügbar. Die Freiheit irgendwann später hat keinen Warenkorb.

Mein erster Versuch

Der Vorsatz „Ich gebe einfach weniger aus“ hilft mir wenig.

Weniger als was? Und wofür eigentlich?

Ich möchte genauer hinschauen: Welche Käufe machen mir auch später noch Freude? Welche waren vor allem im Moment des Kaufens schön? Und welche hatte ich schon vergessen, bevor die Abrechnung kam?

Für Kleidung und Kosmetik will ich mir einen festen Rahmen setzen. Größere Wünsche dürfen erst einmal warten. Rücklagen sollen ihren festen Platz im Monat bekommen.

Das klingt überschaubar. Ob ich es im Alltag genauso überschaubar finde, wird sich zeigen.

Ich kann mir vieles leisten. Aber ich möchte bewusster entscheiden, was davon ich wirklich haben will.

Die nächste schöne Jacke wird sich dazu vermutlich noch äußern.

Bei welchen Ausgaben findet ihr besonders schnell einen guten Grund?

Schreibt mir gerne eine E-Mail. Ich freue mich auf eure Antworten.

Grit Lezovic

Schreibt über Geld und Alltag, Reisen und Lebenspläne.

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